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14.08.2020

Artikel Corona: Darauf kommt es beim Schulstart nach den Sommerferien an

Nach und nach enden in den Bundesländern die Sommerferien und die Schule beginnt wieder. Damit das Lernen trotz Corona gelingt, kommt es auf alle an: auf Schüler*innen, Lehrende, Eltern und die Politik.

Abstand halten, Hygieneregeln, Masken tragen, ständige Vorsicht und auch Verzicht nerven und belasten den Alltag in unseren Bildungseinrichtungen. Und wir wünschen uns sehr die Zeit von vor dem Corona-Virus zurück. Allerdings haben genau diese Maßnahmen im Frühjahr dazu geführt, dass wir in Deutschland die Krise gut in den Griff bekommen haben: Die Neu-Infektionszahlen nahmen deutlich ab und blieben dann vergleichsweise sehr gering. Einen großen Anteil daran hatte auch die Schließungen von Versammlungsorten, zu denen natürlich auch Bildungseinrichtungen wie z.B. Kitas, Schulen, Volkshochschulen und Hochschulen gehören.

Kein ungewolltes Fest für das Corona-Virus

Über die Rolle von Kindern und Jugendlichen wurde öffentlich kontrovers diskutiert, aber wie man auch dazu steht: Es treffen sich in unseren Bildungseinrichtungen viele Menschen auf engem Raum. Das kann jedes Mal ungewollt zu einem Fest für das Virus werden. Durch die bisherigen Lockerungen und gerade durch die Rückkehrenden aus dem Urlaub könnte überall das Virus leicht in eine Gruppe hereingetragen werden und sich dort rasend schnell verbreiten. Über z.B. die Mitschüler*innen ist es leicht möglich, dass ein ganzer Ort oder Stadtteil betroffen ist; über die Lehrkräfte eine ganze Region.

Dies gilt es soweit wie irgend möglich zu verhindern oder lokal vor Ort bzw. in möglichst kleinen Gruppen einzugrenzen, damit wir nicht wieder zu den Maßnahmen und einem Lockdown wie in diesem Frühjahr greifen müssen. Das planvolle, vernünftige und schrittweise Wiedereröffnen, wie auch das Abwarten und Aushalten von Unannehmlichkeiten, muss anhalten, damit mindestens der Status quo der öffentlichen Freiheiten erhalten werden kann und unser Gesundheitssystem nicht überfordert wird.

Es darf keinen Flickenteppich an Vorschriften geben

Ohnehin hat der Staat eine besondere Verantwortung die Menschen zu schützen, die seine Einrichtungen besuchen (müssen) und genauso für die Menschen, die dort für ihn arbeiten. Es darf daher nicht sein, dass es einen Flickenteppich von unterschiedlichen Maßnahmen und Vorschriften in Deutschland gibt, ja teilweise sogar die Arbeit und die Verantwortung auf die Leitungen der Einrichtungen übertragen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung fordert daher eine bundesweit gemeinsame Rahmenplanung von Maßnahmen und Vorgehensweisen. Dabei müssen auch die besonderen Bedürfnisse von Schüler*innen in prekären finanziellen Verhältnissen sowie von Schüler*innen mit Behinderungen berücksichtigt werden. Wenn die Kultusministerkonferenz (KMK) dafür zu langsam oder zu träge ist, muss sie schnell reformiert werden, damit in besonders wichtigen, bundesweit zentralen Fragen oder wie hier im Notfall einheitliche Vereinbarungen (schnell) möglich sind.

Wir brauchen so viel Präsenzunterricht wie möglich

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass das Homeschooling sehr unterschiedlich gut funktioniert hat und Lernerfolge noch mehr voneinander abweichen als zuvor. Die Schere der Chancengleichheit darf in Deutschland nicht noch weiter auseinander gehen! Wir brauchen deshalb wieder soviel Präsenzunterricht wie möglich und dazu parallel starke digitale Strukturen und Ausstattung: Bund und Länder müssen dieses Blended Learning gemeinsam vorantreiben. Die SPD hat mit der Einbringung und dem Durchsetzen der zusätzlichen 500 Millionen Euro zum Digitalpakt dafür den Startschuss gegeben.

Nun müssen Bund und Länder den Weg schnell und unkompliziert weitergeben und noch zusätzliche Mittel bereitstellen. Erste Ziele müssen sein: Lernpads und Onlinezugänge für alle Schüler*innen, Dienst-Laptops für Lehrkräfte, professionelle Administration vor Ort sowie gute Lern- und Kommunikationssoftware über zentrale Server. Der Zugang zu der digitalen Lernwelt muss einfach, niedrigschwellig und unkompliziert sein – auch für Lernende, die noch niedrige digitale Kompetenz haben.

Schutz für die Zukunft unseres Landes

Für die Präsenzzeiten muss maximale Sicherheit die Prämisse sein, das bedeutet zum Schulbeginn: einheitliche Standards und Maßnahmenpläne, Maskenpflicht für Kinder und Jugendliche außerhalb ihrer Klassen sowie für Mitarbeiter*innen außerhalb der Sozialräume, regelmäßiges Lüften, bereits zu Hause Achtsamkeit und lieber einmal mehr vorsichtshalber zu Hause bleiben, Fieber messen morgens am Eingang und regelmäßiges Testen auf das Corona-Virus.

Wenn die ersten beiden Wochen nach dem Schulstart dann ruhig verlaufen und die Infektionszahlen sich in einem verantwortbaren Rahmen befinden, müssen diese Schutzmaßnahmen wie auch nach dem Lockdown schrittweise wieder aufgehoben werden.

Ja, solche Maßnahmen nerven und belasten,sie sind unbequem und teuer, aber damit schützen wir nicht nur unsere Kinder und Jugendlichen, wir schützen auch die Eltern und Großeltern sowie unsere Gesellschaft und die Zukunft unseres Landes.

Quelle: https://www.vorwaerts.de/artikel/corona-darauf-kommt-beim-schulstart-sommerferien